Audioreportagen & Interviews

Die Meerespromenade "Kaiser-Franz-Josef-Weg in der Kvarner/Kroatien

Der Weg ist das Ziel: Als eine der geschichtsträchtigsten Meerespromenaden der Welt (ver)führt der idyllische „Kaiser-Franz-Josef-Weg“ in der kroatischen Region Kvarner zum Lustwandeln durch vergangene Zeiten und zum Relaxen im ‚Hier und Heute’.

 

Mit ein wenig Fantasie kann man sich leicht in jene Zeit versetzen, als die Riviera von Abbazia (Opatija) eines der mondänsten Seebäder der österreichisch-ungarischen Monarchie war: „Am Hafen spuckt ein Dampfschiff fröhliche Ausflügler aus: vornehme Damen mit ausladenden Hüten, elegante Herren mit Spazierstock und zu Miniaturerwachsenen gestylte Kinder. Amüsiert vom Muskelspiel tollkühner Schwimmer stecken züchtig bekleidete Badenixen im Seebad kichernd die Köpfe zusammen und vor den prunkvollen Hotels schnauben die Pferde vor ihren Kutschen. Ein laues Lüftchen trägt das Nachmittagskonzert vom Parkpavillon zum Strandbad…“

Das Flair dieser Riviera erzählt noch heute von ihren Glanzzeiten. Insbesondere die 14 Kilometer lange Strandpromenade zwischen dem Fischerdorf Volosko und dem Hafenstädtchen Lovran ermöglicht eine Zeitreise in die Vergangenheit und führt an idyllischen Häfen, kleinen Badebuchten, Villen und einstigen Luxushotels vorbei, die ihre Besitzer so oft gewechselt haben, wie die Region ihre Herren und die Promenade ihre Namen. Anfänglich nach dem Wiener Eisenbahn- und Fremdenverkehrspionier Friedrich Schüler benannt, tauften italienische und jugoslawische Herrscher den zu jeder Zeit beliebten Weg immer wieder um, bis 1996 die offizielle Bezeichnung „Kaiser-Franz-Josef-Promenade“ festgelegt wurde.

Heute wie damals: zwischen Meeresrauschen und Paradiesgärten

Die Einheimischen nennen die Promenade, deren Messinghandläufe und Balustraden in den vergangenen Jahren nach historischem Vorbild restauriert wurden, allerdings schlicht ‚Lungomare’. Zwischen 1885 und 1911 wurde sie erbaut und verband die Sanatorien der Nordküste, die Kirche des Hl. Jakob, den Hafen, den Lido, die gesellschaftlich bedeutendsten Villen, luxuriösen Kurhotels und eleganten Domizile der Südküste auf äußerst romantische Weise miteinander. Durch die klimatisch begünstigte Lage galt sie zudem als therapeutische Maßnahme der Sanatorien und für müde Flaneure war auf der wenige Meter entfernten Hauptstraße ein Shuttleservice mit  Pferdekutschen eingerichtet. - Man muss allerdings nicht in die Vergangenheit reisen, um die Schönheit des Weges zu finden.

Flankiert von Lorbeerbüschen, Bambuswäldchen und Akazien streift der Weg die Küstenorte Volosko, Opatija, Ika, Ičići und Lovran und eröffnet zu jeder Zeit einen herrlichen Meerblick. Pflanzen aus aller Welt lassen den Park Angiolina zur größten botanischen Attraktion Opatijas erblühen. Die gleichnamige Villa gilt als Wiege des Tourismus. Das 1884 als erstes Hotel der Ostküste erbaute ‚Kvarner’ ist etwas in die Jahre gekommen, der original erhaltene Ballsaal erzählt aber noch immer von rauschenden Festen.

Gourmetküche, Kaffeehäuser und eine teuflische Grotte

Feinschmecker finden im Fischerort Volosko das ambitionierte Haubenrestaurant ‚Le Mandrac’ und Entdecker erforschen bei der Kirche des Heiligen Jakob die historischen Ursprünge Opatijas. Eisdielen und Kaffeehäuser, allen voran die sonnige Meeresterrasse des berühmte Café Wagner, laden zu Capuccino und Kuchen oder abendlichen Cocktails ein. In Ika führen Steintreppen zu romantischen kleinen Badebuchten, in der Marina von Ičići schaukeln Motor- und Segelyachten in der Sonne.

Lovran, einst Sommersitz der Monarchie-Elite, erzählt durch seinen mittelalterlichen Altstadtkern von weit älteren Wurzeln und birgt an seinem Teil der Meerespromenade einige der elegantesten Villen der Region.

Wer beim Flanieren genau hinschaut, findet ständig Entdeckenswertes: Zwischen den Bananenstauden im Park Angiolina die Büste Friedrich Schülers und unterhalb der St. Jakobskirche ein Relief des Chirurgen Theodor Billroth, der das Heilklima von Abbazia einst in seinen Schriften rühmte. Nicht weit entfernt, unter Palmen, erinnert eine kleine Statue an die weltberühmte Tänzerin Isadora Duncan, die hier ihre Inspirationen fand. Architekturinteressierte werden den Stil des Wiener Architekten Carl Seidl an unzähligen Villen erkennen. Und wer genau hinhört, vernimmt am höchsten Wegpunkt über dem Meeresspiegel, das Seufzen des Teufelsbrunnens (Grotta del Diavolo). 

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